Mord und Totschlag in Röttenbach

07.09.2011  Ort: Röttenbach     Fränkischer Tag

Wirtschaftskrimis Korruption, ein toter Chinese bei Röttenbach und ein agiler Erlanger Kommissar - das sind die Zutaten für die Romane des Röttenbacher Schriftstellers Werner Rosenzweig. Seine literarische Karriere begann eher zufällig.


Werner Rosenzweig schmökert in seinem Kriminalroman "Korrupt und Mausetot". Foto: Kai Link
Denken wir an China, denken wir an die verbotene Stadt, die chinesische Mauer, Frühlingsrollen und Kommunismus; aber nicht an Röttenbach. Anders Werner Rosenzweig.
Der Autor schlägt in seinem Roman "Korrupt und Mausetot" die Brücke vom Reich der Mitte nach Mittelfranken. "Von 2005 bis 2008 habe ich in China gelebt und gearbeitet", erklärt Rosenzweig seine fundierten Kenntnisse der chinesischen Politik und Mentalität. "Wenn man eine Zeit lang dort gelebt hat, kommt man schnell mit Gebräuchen in Kontakt, die einem erst einmal seltsam erscheinen. Ohne persönliche Beziehungen, über den beruflichen Kontakt hinaus, läuft dort im Geschäftsleben gar nichts", berichtet der gebürtige Herzogenauracher.
Seine zweite Karriere als Schriftsteller begann eher zufällig. "Ich habe angefangen, bestimmte ungewöhnliche Fakten und Anekdoten aufzuschreiben. Das war eigentlich nur für Freunde und Verwandte gedacht. Die haben mich dann überzeugt, meine Erlebnisse in einem Buch zu veröffentlichen", erklärt Rosenzweig. "Mir hat die Buchschreiberei aber so viel Spaß gemacht, dass ich gleich dabei geblieben bin", sagt der Autor lachend. Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade sein eigenes Unternehmen gegründet.
Seine Beratungsfirma unterstützt Firmen, die auf dem chinesischen Markt aktiv werden wollen. "Es begann mit dem Bau von Schienenfahrzeugen und hat sich bis heute ständig weiterentwickelt.Wir haben sogar schon Auftritte des Wiener Opernball Orchesters organisiert. Momentan betreuen wir den Bau eines Biogas-Kraftwerks im Norden des Landes durch ein bayerisches Unternehmen."
Die Idee einen chinesisch-fränkischen Wirtschaftskrimi zu schreiben, kam also nicht von ungefähr. "Durch mein Geschäft komme ich immer noch regelmäßig mit dem chinesischen Alltag in Kontakt", sagt Rosenzweig. Seine Eindrücke hat er in seinem ersten Buch verarbeitet. Unter dem Titel "Ni hao Shanghai", hat er Fakten aus Politik und Gesellschaft gesammelt und mit nützlichen Tipps und lustigen Geschichten aufgelockert. "Ich dachte mir: Einfach mal probieren. Ich hatte nichts zu verlieren", fügt der Autor an.

Der zweite Krimi ist in Arbeit


"Korrupt und Mausetot", sein erster Roman, schlägt ernstere Töne an. Der Kriminalroman handelt von einer deutschen Firma, die in China Züge verkaufen soll. "Die chinesischen Beamten wollen mit dem Vertrag ihre angeschlagenen Kassen auffüllen und erwarten von der deutschen Firma ein gewisses Entgegenkommen", verrät Rosenzweig.
In seinem Werk greift er tiefsitzende Probleme der chinesischen Gesellschaft auf. Korruption, Unterdrückung der ethnischen Minderheiten und Folter sind nur einige Beispiele. "Liu Zhijun, der ehemalige Eisenbahnminister, auch Mister vier Prozent genannt, ist das perfekte Beispiel der Korruption in Politik und Wirtschaft. Zufälligerweise kam die ganze Geschichte ans Tageslicht, als ich gerade den Krimi in Arbeit hatte", sagt Rosenzweig lächelnd.
Einer der Bösewichte findet Unterschlupf im Wasserschloss in Neuhaus. "Eine Meditationsgruppe spielt hier noch eine entscheidende Rolle", erzählt der Schriftsteller. Was dann noch alles passiert, soll an dieser Stelle aber noch nicht preisgegeben werden. Sicher ist, dass auf einer Sommerwiese bei Röttenbach die Leiche eines Chinesen liegt und der Mann nicht das einzige Mordopfer in dem Buch ist. Gleich mit seinem ersten Fall muss der Erlanger Kommissar Gerald Fuchs also ein internationales Verbrechen aufklären.
"Nach unserem Urlaub lag schon der Vertrag für das nächste Buch im Briefkasten", freut sich Werner Rosenzweig. "Todesklinik" heißt der nächste Fall des mittelfränkischen Ermittlers.


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